RUNKENSTEIN.DE - Neues aus Absurdistan

Literatur aus den unbekannten Gefilden des Verstands:
lustig und absurd, surreal und ungewohnt

Es war nachts am Kühlschrank, als mir der glorreiche Dialog mit einer Gurke einfiel. Inzwischen ist daraus eine ganze Serie geworden, die sich mit weit größeren Problemen als dem Lebenswillen von eingelegtem Gemüse beschäftigt. Ein neuer Teil erscheint etwa alle zwei bis vier Wochen.



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Herr von Runkenstein ist kein bunt blinkendes, interaktives Multimedia, keine schnell geschnittenen Videosequenzen und digital verquirlten Bilder, kein raumausfüllender THX-Sound und keine Hochgeschwindigkeits-Massenunterhaltung. HvR sind Sätze, kompliziert ineinander verschachtelt oder minimalistisch durchgesiebt, zu sprachgewaltigen Wortungeheuern verschraubt oder zu sinnlosem Gewäsch zerhackt. HvR sind Worte, die als pupillenerweiternde Einzelgänger aus dem Buchstaben-Dickicht hervorspringen und mit psychotronischen Elektroskalpellen in das Gehirn ihres Opfers vordringen, um dort ein kosmobiotisches Neuronen-Synapsen-Blitzgewitter auszulösen; oder in Form von Herden, Milizen, Stämmen, Gangs, Schwärmen, Syndikaten, Nationen oder anderen Organisationsformen gemeinsam durch Pupille und Sehnerv in die Spracherkennung des Gehirns gelangen und sich dort nach ihrer Decodierung wie Computerviren in der brötchenförmigen Denkmasse ausbreiten, um das Bewußtsein in einen Jahrhunderte andauernden Guerillakrieg zu verwickeln, welcher nach schweren Verlusten für alle Seiten üblicherweise mit der Implosion des Kopfes endet. Und HvR sind Geschichten, deren Handlungen, Lokalitäten und Ereignisse derart unvorhersehbar sind, dass sie quasi aus dem Nebel der Unvorhersehbarkeit hervorbrechen, um sich sofort in das Stammhirn des Lesers einzubrennen und zu einer unauslöschbaren Vergangenheit und Gewissheit zu erstarren.